Kino72

Wir schreiten weiter voran in unserer Rückschau der 1970er Jahre und sind nun im Jahr 1972 angekommen. Wieder haben wir in den Archiven der Filmgeschichte gegraben, um erneut einige große Kinomomente des Jahres 1972 zurück auf die Leinwand zu holen. 50 Jahre nach der deutschen Erstaufführung geben wir den Filmen wieder die Bühne und den Platz, wo sie Zuhause sind – im Kino.
In den ersten sechs Monaten haben wir einen Schwerpunkt auf amerikanische Filme gelegt, die vielfach auf unterschiedliche, aber teils beängstigende Weise zeigen, wie aktuell einige der Themen des Jahres 1972 wieder geworden sind. Dabei ist der Seuchen-Thriller „Andromeda“, der weit vor „Outbreak“ und „Contagion“ den Umgang mit einem gefährlichen Mikroorganismus/Virus schildert, nur der augenscheinlichste Verweis auf unseren mittlerweile zweijährigen Pandemiealltag.
Noch interessanter ist unser Programm in Bezug auf die zunehmende Spaltung der amerikanischen Gesellschaft sowie die Eskalation von Gewalt und die Zunahme von faschistischen Tendenzen auf der ganzen Welt. Denn die Auseinandersetzung zwischen Stadt- und Landbevölkerung, Demokraten und Republikanern, Liberalen und Konservativen finden sich auf ganz unterschiedliche Weise in den Filmen unseres Programms. Nicht umsonst wurde 1972 erbittert über das faschistische Potenzial der beiden Filme „Dirty Harry“ und „Uhrwerk Orange“ gestritten. In „Beim Sterben ist jeder der Erste“ wurden Großstädter von zwei Personen der ländlichen Bevölkerung drangsaliert und in „Jeremiah Johnson“ bekam die Utopie eines naturverbundenen
Lebens Risse. Gegen diese düsteren und eher ambivalenten Filme sind die drei weiteren Filme des Programms humorvolle und farbenfrohe Lichtblicke. Für einen anregenden, unterhaltsamen Kinoabend empfehlen wir den Komödienklasiker „Is’ was, Doc?”, die persönliche und liebevoll-kreative Collage über die Stadt Rom „Fellinis Roma”, sowie unseren Nachholtermin „Charlie und die Schokoladenfabrik“.

Entdecken Sie erneut oder zum ersten Mal Klassiker des Kinojahres 1972 mit uns auf der großen Leinwand.

[Link zum Programmflyer]